Ergebnisse der Anforderungsanalyse

Um die Anforderungen von blinden und sehschwachen NutzerInnen an einen Tracking Blocker zu erfassen, wurden zwei Workshops, ein Expertenreview und Einzelinterviews mit Verhaltensbeobachtungen beim Ausprobieren eines Tracking Blockers durchgeführt.

Workshops

Die Workshops mit erfahrenen InternetnutzerInnen zeigen, dass Privatsphäre Bedenken und der Schutz der Privatsphäre im Internet ein wichtiges Thema für blinde und sehschwache Personen ist, wenngleich die Erfahrung mit Privatsphäre schützenden Tools begrenzt ist. Die Bedrohung von Verhaltensanalyse und Zielgruppenansprache im Internet ist vielen NutzerInnen bekannt und wird als mittel eingestuft. Aufgrund der Sehbehinderung kann das Erkennen von Bedrohungen erschwert sein, was erhöhte Vorsicht bei NutzerInnen bewirken kann. Ein Tool das die Privatsphäre der NutzerInnen schützt indem es Verhaltensanalyse verhindert, sollte vollständig barrierefrei bedienbar und konfigurierbar sein, damit die NutzerInnen bestimmen können welche Dienste blockiert werden.

Verhaltensbeobachtungen und Interviews

Es wurden Verhaltensbeobachtungen und Interviews mit zehn blinden und sehschwachen InternetnutzerInnen durchgeführt. Das Interview bestätigt den Eindruck aus den Workshops, dass erfahrenen InternetnutzerInnen mit Sehbehinderung eine Vielzahl an Bedrohungen für die Privatsphäre im Internet bekannt ist. Zwei der am häufigsten genannten Bedrohungen sind Verfahren zur Datensammlung und das Tracking beim Surfen auf Webseiten. Die Preisgabe von zu vielen Daten im Internet gehört zu den wichtigsten Privatsphäre Bedenken. Explizit nach Verfahren zur Datensammlung gefragt, geben alle TeilnehmerInnen an zu wissen, dass während dem Internetsurfen Daten über ihr Surfverhalten gesammelt werden. Ein Tool um diese Verfahren zu blockieren verwendete jedoch niemand.

Die Datenanalyse der Laddering Interviews zeigt, dass Barrierefreiheit zu den am häufigsten genannten Eigenschaften die ein Tracking Blocker haben sollte, gehört. Bei den mit Tracking Blockern verbundenen Werten ist natürlich der Schutz der Privatsphäre wesentlich, aber auch Werte wie Kontrolle, Chancengleichheit und Selbstbestimmung spielen für unsere TeilnehmerInnen eine wichtige Rolle. Ein Tool mit dem Verfahren zur Datensammlung blockiert werden können, sollte diese Werte auch berücksichtigen.